Du gehst in einen Blumengarten, möchtest ein wenig spazieren, den Abendhimmel genießen und anschließend nach Hause zurückkehren. Dein Plan klingt angenehm, bis du vor einem verschlossenen Tor stehst. Du gehst zurück und suchst jemanden, der es öffnen kann, doch niemand ist da. Stattdessen entdeckst du seltsame Symbole auf Bäumen, Felsen und Holzkisten. Pretty Flower Garden Escape auf Woko Games macht aus dem gemütlichen Spaziergang eine Suche nach dem Ausgang. Die Blumen sehen weiterhin hübsch aus und der Himmel ist noch hell, aber wie du nach Hause kommst, musst du jetzt selbst herausfinden. Dieses HTML5-Rätselspiel von 8B Games/Games2Live verwendet die vertraute Point-and-Click-Steuerung. Mit der Maus untersuchst du die Umgebung, sammelst Gegenstände und löst die Rätsel des Gartens. Die Bedienung ist schnell verstanden: Du klickst auf eine verdächtige Tafel, um sie genauer anzusehen, oder wechselst zum Erkunden in den nächsten Bereich. Schwierig wird es, sobald du mehrere Rätsel geöffnet hast und nicht weißt, was du dort eingeben sollst. Im Garten gibt es viel zu untersuchen, doch die Antworten verlangen etwas mehr Arbeit.
Schon die erste Szene zeigt eine runde Tafel mit vier Vertiefungen zwischen rosa Blumen, leere Aussparungen in einem Baumstamm und einen Knochen auf einem Felsen rechts. Vögel ziehen über den orangegelben Himmel, sodass der Ort wie eine dekorative Illustration wirkt. Sobald dir die Rätseltafeln auffallen, betrachtest du diese Einzelheiten allerdings anders. In welche Richtung sind die Vögel ausgerichtet? Welche Farben gehören in die Kreise? Du hast dich kaum bewegt und gehst bereits eine gedankliche Liste durch. Den Knochen fand ich einen kleinen, durchaus verschmitzten Einfall. Er liegt einzeln auf dem Felsen und sieht aus, als könntest du ihn einfach mitnehmen. Wenn du ihn anklickst, öffnet sich jedoch ein Rätsel mit farbigen Blöcken. Was du schnell ins Inventar aufnehmen wolltest, wird plötzlich zu einer Aufgabe, bei der du Wege planen musst. Auf dem Brett sollen Blöcke auf passende Farbfelder gelangen, während Steinplatten den Weg versperren. Du musst herausfinden, welche Wege frei sind, welche Blöcke anderen im Weg stehen und wie du das Brett angehst. Das Ziel ist leicht zu erkennen, aber einen Block dorthin zu bringen, verlangt etwas Überlegung.
Die runde Tafel fordert eine andere Art von Aufmerksamkeit. Ihre farbigen Kreise sind groß genug, um sie bequem anzuklicken, doch die Tafel selbst verrät dir keine Lösung. Plötzlich lohnt sich ein zweiter Blick auf die Blumenbeete, an denen du vorbeigegangen bist. In einem Bereich stehen rosa Blumen, in einem anderen gelbe, und die Farben des Gartens spielen auch bei seinen Rätseln eine Rolle. Schnell passiert es, dass du dir die Farben merkst, aber ihre Reihenfolge vergisst. Du kannst alle wichtigen Einzelheiten gesehen haben und trotzdem feststecken, weil du sie an den falschen Stellen eingegeben hast. Anderswo sitzen Marienkäfer auf dem Gras neben einer Tafel mit diagonalen Pfeilen. Weiter hinten besitzt eine Holzkiste rautenförmige Öffnungen, daneben befindet sich eine weitere Gruppe runder Vertiefungen. Die Formen geben dir eine Vorstellung davon, wonach du suchen musst, ohne das Rätsel sofort zu lösen. Eine Aufgabe mit Richtungen lässt dich darauf achten, wohin Dinge zeigen, während eine auffällige Öffnung dich zurück zu deinen gesammelten Gegenständen führt. Zwei Dinge in derselben Szene müssen außerdem nicht zusammengehören.
Dein Inventar verläuft am unteren Bildschirmrand, sodass du die gesammelten Gegenstände auch beim Wechsel zwischen Bereichen im Blick behältst. Ein neuer Fund macht meist Lust darauf, ihn sofort auszuprobieren, besonders wenn du dich an eine passende leere Aussparung erinnerst. Trotzdem bedeutet ein Gegenstand, dessen Verwendung du noch nicht kennst, nicht automatisch, dass du etwas falsch gemacht hast. Das Haus mit dem orangefarbenen Dach ist weiterhin verschlossen, und es gibt noch Kisten und Tafeln zu untersuchen. Die Suche erinnert ein wenig daran, etwas Verlegtes wiederzufinden: Jede Entdeckung bringt dich auf einen Ort, den du bereits überprüft hast. Am Eisentor wird dein Ziel besonders deutlich. In der Mitte sitzt ein großes Schlüsselloch, an den Seiten befinden sich ein Zahlenfeld und Symbole. Den Ausgang direkt vor dir zu haben und ihn nicht öffnen zu können, kann frustrieren, besonders wenn der vierstellige Code ungelöst bleibt und du dich nur vage an ein Detail aus einer anderen Szene erinnerst. Hinweise aufzuschreiben ist verlässlicher, als darauf zu setzen, dass du alles behältst. Selbst eine kurze Reihenfolge kann nach ein paar weiteren Rätseln durcheinandergeraten.
Du wirst häufig zu früheren Szenen zurückkehren, weshalb die Erkundung Spielern entgegenkommt, die einen Bereich gerne gründlich prüfen. Wenn du ein Rätsel lieber öffnest und direkt vor Ort löst, können die Ausflüge auf der Suche nach Hinweisen deine Geduld beanspruchen. Mit einer Information zurückzukommen, die du tatsächlich einsetzen kannst, fühlt sich dagegen gut an. Du klickst nicht länger vorsichtshalber jede Ecke an. Du hast eine konkrete Aufgabe, und die eben noch unverständliche Tafel bietet dir endlich einen Ansatzpunkt. Die Cartoon-Grafik verwendet kräftige Farben und recht große Gegenstände. Ein kleines Haus steht unter einem mehrstufigen orangefarbenen Dach, Blumen füllen den Vordergrund und ferne Berge zeichnen sich vor dem rosa-violetten Himmel ab. Mir gefällt, dass der Ort freundlich bleibt, selbst wenn du darin feststeckst. Allerdings musst du zwischen all den Blumen und Bäumen unterscheiden, was bloße Kulisse ist und was einen Klick verdient. Beim ersten Rundgang siehst du einen hübschen Garten. Beim nächsten betrachtest du die Kiste, den Baumstamm und sogar die Vögel mit einem gewissen Misstrauen.
Pretty Flower Garden Escape hält dich mit unerledigten Aufgaben im Garten. Du hast das Tor gefunden und herausbekommen, was einige Tafeln verlangen, deshalb fühlt sich Aufhören jetzt etwas verfrüht an. Bevor du den nächsten Hinweis suchst, solltest du vielleicht prüfen, was du bereits bei dir hast. Möglicherweise trägst du den benötigten Gegenstand längst mit dir herum, während du noch die Blumen bewunderst.













