Aus der Toilette ragt bereits ein menschlicher Kopf, und an beiden Seiten sind Waffen montiert. Da wirkt die Frage, warum sie springen kann, fast schon nebensächlich. Skibidi Toilet Jumper auf Woko Games schickt diesen ungewöhnlichen Helden in ein HTML5-Arcade-Actionspiel, in dem du die Spitze eines Turms erreichen musst, bevor dich die aufsteigende elektrische Entladung einholt. Mit seinem eckigen Kopf, den weit geöffneten Augen und dem weißen Porzellankörper sieht die Figur aus, als wäre sie direkt einem Brainrot-Video entwischt. Viel Zeit, diesen Unsinn zu bewundern, bleibt allerdings nicht. Auf den Plattformen darüber warten Roboter, während sich von unten blau-weiße Elektrizität nähert. Du musst dich springend und schießend aus diesem Schlamassel befreien. Die Waffen machen durchaus Eindruck; jetzt muss die Toilette nur noch rechtzeitig vom Boden kommen, bevor die nächste Etage ihr kleinstes Problem wird.
Waagerechte Plattformen sind in einer vertikalen Ansicht übereinandergestapelt, sodass du vor dem Sprung sehen kannst, was dich oben erwartet. Das Problem ist nur, dass die Roboter nicht zur Dekoration herumstehen: Sie patrouillieren auf Rädern, tragen kameraähnliche Köpfe und feuern rote Geschosse ab. Selbst eine recht breite Plattform kann plötzlich eng wirken, wenn Schüsse genau die Stelle kreuzen, auf die du zusteuerst. Du möchtest sofort hochspringen, um Abstand zur Elektrizität zu gewinnen, musst aber gleichzeitig die Positionen der Roboter prüfen. Mit Gegnern über dir und Strom unter dir fühlt sich Warten nicht mehr besonders sicher an. Bleibst du auf einer unteren Etage stehen, um alles perfekt vorzubereiten, wird der Abstand nach unten immer kleiner. Springst du dagegen zu hastig weiter, landest du womöglich direkt vor einer Waffe. Du musst die nächste Plattform überblicken und mit dem umgehen, was dort wartet, statt ständig die Sprungtaste zu drücken und auf ein gutes Ende zu hoffen.
Mit deinen Waffen kannst du Roboter aus dem Weg räumen, doch der Munitionszähler in der Ecke lässt wahlloses Herumballern weniger beruhigend erscheinen. Im Tutorial steht er auf 10, während auf mehreren Plattformen darüber bereits Roboter unterwegs sind. Wenn ich die Bewaffnung der Figur sehe, möchte ich sie natürlich ausprobieren, muss dabei aber trotzdem im Blick behalten, wo die Ziele stehen. Auch die roten Geschosse der Roboter verlangen Aufmerksamkeit, denn wer sich auf einen Gegner konzentriert, vergisst leicht den eigenen Weg. Eine weitere Plattform zu erreichen verschafft dir nicht unbedingt eine Pause, wenn auf der nächsten schon wieder eine Maschine patrouilliert. Du wechselst ständig zwischen dem Blick auf deinen Landeplatz, einem Gegner und dem nächsten Sprung, während die Elektrizität weiter nach oben steigt. Unserem Porzellanhelden bleibt leider kaum Zeit, nach einer hektischen Rettungsaktion seine Würde wiederzufinden.
Die blauen Wände mit ihrem Rastermuster und die helleren Plattformen lassen die einzelnen Etagen auf einen Blick erkennen. Dunkle Roboter, rote Geschosse und blau-weiße Elektrizität unterscheiden sich deutlich voneinander. Dadurch erkennst du Gefahren, ohne sie erst zwischen zahllosen Dekorationen suchen zu müssen. Die Hauptfigur behält unterdessen ihren leicht verwirrten Gesichtsausdruck, der fast schon zu gut zu ihrer Lage passt. Ich finde den menschlichen Kopf, der zwischen all diesen Maschinen aus einer Toilette ragt, schon für sich genommen komisch, besonders wenn ich seine Flucht dabei ernst nehmen soll. Während des Laufs siehst du deinen Punktestand, und der Startbildschirm zeigt einen Highscore als Ziel für den nächsten Versuch. Vielleicht kommst du nur aus Neugier auf den Namen Skibidi vorbei und erwischst dich dann dabei, wie du die nächste Plattform anstarrst und doch noch ein Stück höher willst. Ob eine Toilette als Actionheld überzeugt, kann man später diskutieren. Sie von der Elektrizität wegzubringen ist gerade dringender.



